Förderverein Hamburger Sternwarte



1m-Teleskop-Gebäude, Hamburger Sternwarte (Foto: Gudrun Wolfschmidt)


Planetenweg
des Fördervereins Hamburger Sternwarte



Der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. (FHS)
hat die Planung und Ausführung übernommen -
unter Leitung von Wolf-Dietrich Kollmann.
Aktualisierung und Design:
Gudrun Wolfschmidt

Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln
aus dem Zweckertrag des Lotteriesparens
der Hamburger Sparkasse.



Der Planetenweg stellt ein maßstäbliches
Modell des Sonnensystems dar; er soll helfen,
die unvorstellbar großen Dimensionen der
Himmelskörper und ihrer Abstände
untereinander ein wenig zu veranschaulichen.

Grundsätzlich steht man beim Entwerfen eines
Planetenweges vor folgendem Problem:
Wählt man einerseits den Maßstab so,
dass die Planeten noch erkennbar sind
und Durchmesser von wenigstens ein paar
Millimetern besitzen, dann ergeben sich
schnell Abstände von mehreren Kilometern
für die äußeren Planeten.
So ein Modell könnte man auf dem
Gelände der Sternwarte nicht aufbauen.

Wählt man andererseits den Maßstab so,
dass auch Neptun noch innerhalb der
Umzäunung der Sternwarte seinen Platz findet,
dann ergeben sich für die inneren Planeten
Durchmesser, die nur noch den Bruchteil
eines Millimeters betragen.

Hier wird dieses Dilemma dadurch aufgelöst,
dass mit zwei Maßstäben gearbeitet wird,
die sich um einen Faktor 10 unterscheiden:

Für die Größen von Sonne und Planeten
wurde folgender Größenmaßstab gewählt:
1m entspricht 1,8 Millionen km.

Für die Abstände von der Sonne
wurde folgender Abstandsmaßstab gewählt:
1m entspricht 18 Millionen km.

Man erreicht so akzeptable Größen der
Himmelskörper und kann doch alle Planeten
noch auf dem Gelände der Sternwarte unterbringen.
Im Bereich der inneren Planeten kann man
den Nachteil, der in diesem Kompromiss liegt, gut erkennen:
Wäre für den Abstand des Merkurs von der
Sonne der gleiche Maßstab wie für die Größen
dieser Himmelskörper genommen worden,
dann müsste Merkur in einem Abstand von
32m die Sonne umrunden. 3,2m ist natürlich viel zu klein.

Aber in jedem Fall gilt die zentrale Aussage
so eines Modells:
Der Weltraum ist im Wesentlichen leer,
auch innerhalb eines Sonnensystems.



Sonne


Photosphäre und Chromosphäre



Durchmesser: 1.391.400 km = 108 Erddurchmesser
Masse: 2 ⋅ 1030 kg = 333.000 Erdmassen
Leuchtkraft: 3,85 ⋅ 1026 W (Energieabgabe pro Zeit)
Alter: ca. 4,6 Milliarden Jahre



Die Sonne ist nur einer unter den mehr als 100
Milliarden Sternen des Milchstraßensystems.
Hinsichtlich ihrer Größe, Masse und Leuchtkraft
ist sie ein durchschnittlicher Stern.
Die Astronomen haben sie mit dem
Spektraltyp G2V klassifiziert.

Ein Stern ist ein Himmelskörper, der durch die
Fusion von Atomkernen Energie erzeugt und
in das Weltall abstrahlt.
Bei der Sonne ist das - wie bei allen anderen
sogenannten Hauptreihensternen - die
Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium.
Mit dem Wasserstoffvorrat im Kern der Sonne
wird dieser Prozess noch rund 5 Milliarden Jahre andauern.

Die Sonne hat keine feste Oberfläche, weil sie
vollständig aus Gas besteht. Dennoch erscheint
sie uns als scharf begrenzte Kugel, weil die

Sonnenmaterie innerhalb von wenigen 1000 km
undurchsichtig wird. An der Oberfläche, der
Photosphäre, beträgt die Temperatur 6000°C.


Korona während der Sonnenfinsternis
vom 2. Juli 2019, ESO La Silla, Chile


Weiter außen zeigen die Schichten der
Sonnenatmosphäre, die Chromosphäre und
die Korona, komplexe Strukturen, die von der
magnetischen Aktivität der Sonne herrühren.
Dazu zählen Sonnenflecken, Fackeln,
Protuberanzen und Strahlungsausbrüche (Flares).

Die Sonne ist der größte und wichtigste Körper
des Sonnensystems. Ihre Masse umfasst
mehr als 99% der Gesamtmasse des Sonnensystems.
Daher steht sie im Mittelpunkt und wird von
den anderen Körpern des Sonnensystems -
Planeten, Zwergplaneten, Kleinplaneten und Kometen - umlaufen.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Million km)
ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 77,3cm.

Merkur


Planet Merkur in Falschfarben
(Raumsonde Messenger 2011-15)



Durchmesser: 4880 km = 38% des Erddurchmessers
Masse: 3,3 ⋅ 1023 kg = 5,5% der Erdmasse
Mittl. Entfernung von der Sonne: 57.900.000 km = 39% des Erdbahnradius
Umlaufzeit um die Sonne: 88 Tage



Der Merkur ist der innerste Planet des
Sonnensystems. Er ist gleichzeitig der kleinste
Planet und derjenige mit der größten
Bahngeschwindigkeit. Er hat keine Monde.

Der Name rührt von dem römischen Gott
des Handels und der Reisenden her.
Seine griechische Entsprechung ist Hermes,
der Götterbote.

Am Himmel ist Merkur nur schwierig zu
beobachten, da er von der Erde aus gesehen
stets in der Nähe der Sonne steht und nur
kurzzeitig in der Morgendämmerung am
Osthimmel oder in der Abenddämmerung am
Westhimmel in Erscheinung tritt. Er ist dann
etwa so hell wie ein heller Fixstern, jedoch
immer deutlich schwächer als die Venus.


BepiColombo (ESA/JAXA)
ab 2025 Merkur Umlaufbahn


Der Merkur ist dem Erdmond sehr ähnlich.
Er weist eine kraterübersäte Oberfläche auf,
weder gibt es flüssiges Wasser noch eine
nennenswerte Atmosphäre. Wegen der großen
Sonnennähe ist es auf der sonnenzugewandten
Seite extrem heiß, während es auf der
Nachtseite extrem kalt wird.

Der Merkur rotiert in 59 Tagen einmal um
seine Achse, d.h. in zwei Merkurjahren
gibt es drei Merkurtage.

1974 flog erstmals eine Raumsonde -
Mariner 10 - am Merkur vorbei und
übermittelte Nahaufnahmen von seiner
Oberfläche. 2011-2015 umkreiste die
Raumsonde Messenger (NASA) den
Merkur, ab 2025 folgt der Satellit
BepiColombo (ESA/JAXA-Mission).

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 2,7mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 3,2m von der Sonne.

Venus




Durchmesser: 12.100 km = 95% des Erddurchmessers
Masse: 4,9 ⋅ 1024 kg = 82% der Erdmasse
Mittl. Entfernung von der Sonne: 108.200.000 km = 72% des Erdbahnradius
Umlaufzeit um die Sonne: 225 Tage



Die Venus ist derjenige Planet, der der Erde am
nächsten kommen kann (minimal 38 Mio. km).
Sie läuft innerhalb der Erdbahn um die Sonne
und zeigt Beleuchtungseffekte ähnlich wie die
Mondphasen, die schon in einem kleinen
Fernrohr oder einem Feldstecher
wahrgenommen werden können. Der Name rührt von der römischen Göttin der
Liebe her. Die griechische Entsprechung ist Aphrodite.

Die Venus ist nach Sonne und Mond das hellste
Gestirn, das über längere Zeit am Himmel zu
sehen ist. Hierin übertrifft sie sämtliche Planeten
und Fixsterne erheblich. Die Venus zeigt sich
entweder als "Abendstern" im Westen oder als
"Morgenstern" im Osten und kann spätestens
bis bzw. frühestens ab Mitternacht beobachtet werden.

Von der Größe, der Masse und dem inneren
Aufbau her ist die Venus fast ein Zwilling unserer
Erde. Das gilt jedoch nicht für die Oberfläche und
die Atmosphäre. Letztere ist erheblich dichter als
die Erdatmosphäre und besteht größtenteils aus
Kohlendioxid. Somit gibt es auf der Venus einen
extremen Treibhauseffekt, und die Temperatur an
der Oberfläche kann mehr als 450°C betragen.


Venus-Phase - vgl. Mondphasen


Die Oberfläche der Venus ist stets von dichten
Wolken verhüllt und konnte erst durch
Raumsonden erforscht werden. Ungewöhnlich ist
die extrem langsame Rotation der Venus, die für
eine Umdrehung 243 Tage benötigt - und zwar
entgegengesetzt zur Drehrichtung um die Sonne.

Seit 1962 ist die Venus von zahlreichen
Raumsonden besucht worden. Mehrere
sowjetische Sonden konnten sogar weich landen
und übermittelten Daten und Fotos von der Venusoberfläche.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 6,7mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 6m von der Sonne.

Erde und Mond




ERDE
Durchmesser: 12.756 km
Masse: 6 ⋅ 1024 kg
Mittl. Entfernung von der Sonne: 149.600.000 km
Umlaufzeit um die Sonne: 365,256 Tage

MOND
Durchmesser: 3467 km
Masse: 7,4 ⋅ 1022 kg = 1/81 Erdmasse
Mittl. Entfernung von der Erde: 384.400 km
Umlaufzeit um die Erde: 27,32 Tage



Die Erde ist unsere Heimat im Weltall. Auf
dieser "kleinen" Kugel spielt sich nahezu alles
ab, was wir "die Welt" nennen. Als einziger
Planet befindet sich die Erde in der "habitablen
Zone", d.h. in einer Entfernung von der Sonne,
die zu Oberflächentemperaturen führt, die die
Existenz flüssigen Wassers ermöglichen. Dies
wird im Allgemeinen als Voraussetzung für Leben angesehen.

Die Erde rotiert in 23 h 56 min einmal um ihre
Achse (Sterntag). Da sie sich in dieser Zeit
etwas auf ihrer elliptischen Bahn um die Sonne
weiter bewegt hat, benötigt sie weitere 4 min
(insgesamt 24 h = 1 Sonnentag), bis sie wieder
genau dieselbe Seite der Sonne zuwendet.
Die Schrägstellung der Erdachse um 23,4°
gegen die Senkrechte zur Bahnebene ist
die Ursache für die Jahreszeiten.

Das Innere der Erde weist einen Schichtaufbau
auf. Um den hauptsächlich aus Eisen und Nickel
bestehenden Kern befindet sich der viele
tausend Kilometer dicke Erdmantel und darüber
die bis zu 40 km dicke Erdkruste. Rund 70% der
Erdoberfläche ist von Wasser - den Ozeanen -
bedeckt. Die Erdatmosphäre enthält
überwiegend Stickstoff und Sauerstoff.

Der Erdmond ist der einzige Himmelskörper,
auf dessen Oberfläche bereits das bloße Auge
Details erkennen kann. Die Oberfläche ist eine
mit Kratern übersäte tote Welt ohne flüssiges
Wasser und ohne Atmosphäre. Der Mond rotiert
um die eigene Achse mit derselben Periode,
mit der er die Erde umläuft. Dadurch wendet er
der Erde immer dieselbe Seite zu. Zwischen
1969 und 1972 sind Menschen auf dem Mond
gelandet. Der Erdtrabant ist der hauptsächliche
Verursacher von Ebbe und Flut.

Für die Erde gilt: Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Millionen km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 7,1mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 6m von der Sonne.
Für den Mond gilt: Sein Durchmesser im Modell wäre 1,9mm, er würde im Abstand von 21,4cm um die Erde kreisen.

Mars




Durchmesser: 6790 km = 53% des Erddurchmessers
Masse: 6,4 ⋅ 1023 kg = 10,7% der Erdmasse
Mittl. Entfernung von der Sonne: 228.000.000 km = 1,52 Erdbahnradien
Umlaufzeit um die Sonne: 687 Tage



Mars ist der erste der äußeren Planeten, die
außerhalb der Erdbahn die Sonne umlaufen.
Er ist nur ungefähr halb so groß wie die Erde,
weist aber viele Ähnlichkeiten zu dieser auf.
Der Name rührt von dem römischen Gott des
Krieges her. Seine griechische Entsprechung ist Ares.

Der Mars fällt dem bloßen Auge durch seine
deutlich rötliche Farbe auf. Seine Helligkeit
schwankt sehr stark, je nach Stellung zur Erde.
Im günstigsten Fall kann der Mars der Erde bis
auf 56 Mio. km nahe kommen. Er kann dann so
hell sein wie der Jupiter. Die günstigste Stellung
zur Beobachtung (gegenüber der Sonne -
"Opposition") wiederholt sich alle 780 Tage.

Schon mit einem kleinen Teleskop kann man
Details auf der Marsoberfläche erkennen.
Raumsonden haben gezeigt, dass seine
Oberfläche viele Krater besitzt, aber auch
Berge, Schluchten und sogar Strukturen,
die wie ausgetrocknete Flussläufe aussehen.
Vor langer Zeit hat es wahrscheinlich flüssiges
Wasser gegeben, und noch heute ist Wasser in
gefrorener Form in den Polareiskappen des
Mars vorhanden. Auf dem Mars gibt es die
höchsten Vulkane des Sonnensystems, der
"Olympus Mons" erhebt sich 27 km über die
Umgebung. Zwei kleine Monde ("Phobos" und
"Deimos") umkreisen den Mars, wahrscheinlich
eingefangene Asteroiden.


Marsmonde Phobos (Furcht) und Deimos (Schrecken),
entdeckt von Asaph Hall am US Naval Observatory
in Washington, D.C. 1877


Der Mars besitzt eine dünne Atmosphäre. Seine
Rotationsdauer ist mit 24 h 37 min vergleichbar
mit einem Erdentag, seine Achse weist mit 25,2°
eine ähnliche Schrägstellung auf wie die der
Erde. Daher gibt es auch auf dem Mars Jahreszeiten.
Viele Raumsonden haben den Mars besucht.
Einige sind sogar auf seiner Oberfläche
gelandet und haben dort ferngesteuerte
Fahrzeuge ("Marsrover") abgesetzt.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 3,8mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 12,7m von der Sonne.

Jupiter




Durchmesser: 143.000 km = 11,2 Erddurchmesser
Masse: 1,9 ⋅ 1027 kg = 318 Erdmassen
Mittl. Entfernung von der Sonne: 778.400.000 km = 5,20 Erdbahnradien
Umlaufzeit um die Sonne: 11,87 Jahre



Der Jupiter ist der größte Planet des
Sonnensystems und vereinigt mehr als doppelt
so viel Masse auf sich wie alle anderen
Planeten zusammen. Dennoch ist dies nur
rund ein Tausendstel der Sonnenmasse.
Jupiter war die oberste Gottheit der Römer,
bei den Griechen war dies Zeus.

Dem Auge zeigt sich Jupiter als heller gelblicher
Lichtpunkt, er ist stets schwächer als Venus,
aber heller als alle Fixsterne. Im kleinen
Teleskop kann man eine ovale Scheibe und
meistens auch zwei Wolkenstreifen erkennen.
Die starke Abplattung des Planeten rührt von
seiner schnellen Rotation her, die weniger als
10 Stunden dauert.

Jupiter zählt zu den Gasplaneten, die
überwiegend aus Wasserstoff und Helium
bestehen und keine feste Oberfläche aufweisen.

Stattdessen besitzt er eine strukturreiche
Wolkenhülle, in der riesige Wirbelstürme
auftreten. Der "Große Rote Fleck" ist ein
Wirbelsturm zweimal so groß wie die Erde,
der schon seit 300 Jahren auf dem Jupiter tobt.


Die vier großen Jupitermonde: Ganymed, Callisto, Io, Europa.
Galileo Galilei entdeckte sie am 7.1.1610 (greg.), nur einen Tag später
entdeckte sie der fränkische Astronom Simon Marius in Ansbach.
Die Benennung geht auf Johannes Kepler 1613 zurück -
bei einem Treffen mit Marius in Regensburg.
(© NASA/JPL/DLR)


Von den rund 100 Monden des Jupiters können
vier schon mit einem Feldstecher gesehen
werden. Ihre Entdeckung durch Galileo Galilei
vor rund 400 Jahren zeigte, dass nicht nur
die Erde von einem Mond umkreist wurde.

Der innerste von ihnen, Io, weist aktiven
Vulkanismus auf. Der dritte Mond, Ganymed,
ist der größte Mond im Sonnensystem.

Faszinierende Bilder und Messdaten des
Jupitersystems verdanken wir den
amerikanischen Raumsonden Voyager 1
und Voyager 2 sowie Galileo.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 79,3mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 43,3m von der Sonne.

Saturn




Durchmesser: 120.540 km = 9,5 Erddurchmesser
Masse: 5,7 ⋅ 1026 kg = 95,2 Erdmassen
Mittl. Entfernung von der Sonne: 1.433.400.000 km = 9,58 Erdbahnradien
Umlaufzeit um die Sonne: 29,46 Jahre



Der Saturn ist der zweitgrößte Planet des
Sonnensystems. Wie der Jupiter zählt er zu den
Gasplaneten, die keine feste Oberfläche haben.
Er ist vor allem durch sein ausgeprägtes Ringsystem bekannt.

Der Name rührt vom römischen Gott des
Ackerbaus her, die griechische Entsprechung
ist Kronos. Auch der Saturn rotiert recht schnell.
Für eine Umdrehung um seine Achse
benötigt er rund zehneinhalb Stunden.

Das Saturn-Ringsystem hat einen äußeren
Durchmesser von ca. 280.000 km und eine
Dicke von nur wenigen hundert Metern.
Alle 15 Jahre, wenn wir von der Erde aus auf
die Kante des um 27° geneigten Ringsystems
blicken, scheinen die Ringe kurzzeitig zu
verschwinden. Seit langem ist bekannt, dass
die Ringe nicht eine feste Scheibe bilden,
sondern aus Unmengen kleiner Eis- und
Gesteinsbrocken zusammengesetzt sind,
die jeweils eine eigene Umlaufbahn um den
Saturn haben. Die Entstehung ist nicht geklärt.
Es ist jedoch sicher, dass im Bereich der Ringe
ein größerer fester Mond nicht existieren kann,
weil er von den Gezeitenkräften auseinander gerissen würde.


Die 21 größten Saturnmonde - Titan und weitere wichtige Monde
Rhea, Iapetus, Dione, Tethys, Enceladus und Mimas
(© NASA/JPL/David Seal)


Von den 274 Monden des Saturns ist Titan,
der zweitgrößte Mond des Sonnensystems,
wegen seiner Atmosphäre einzigartig. Die
europäische Raumsonde Huygens ist 2005
auf seiner Oberfläche gelandet, auf der es
Seen aus flüssigem Methan gibt. Auf dem
Saturnmond Enceladus gibt es Eis und Wasser speiende Vulkane.

Das Saturnsystem ist seit den 1980er Jahren
von den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2
sowie Cassini mit dem Landegerät Huygens besucht worden.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 66,7mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 79,6m von der Sonne.

Uranus


Rechts: Uranus mit seinen Ringen
(Hubble Space Telescope, 1998, © NASA)



Durchmesser: 51.120 km = 4,0 Erddurchmesser
Masse: 8,7 ⋅ 1025 kg = 14,5 Erdmassen
Mittl. Entfernung von der Sonne: 2.872.400.000 km = 19,20 Erdbahnradien
Umlaufzeit um die Sonne: 84,01 Jahre



Der Uranus ist der drittgrößte Planet des
Sonnensystems. Er ist der erste Planet, der
nicht schon im Altertum bekannt war, sondern
1781 von Friedrich Wilhelm Herschel mit einem
Teleskop entdeckt wurde. Uranos ist der
griechische Gott des Himmels.

Tatsächlich kann der Uranus unter günstigen
Bedingungen gerade noch mit dem bloßen Auge
gesehen werden. Er ist aber nicht von einem
schwachen Stern zu unterscheiden und
erfordert zur sicheren Identifizierung eine genaue Sternkarte.

Wie Jupiter und Saturn zählt Uranus zu den
Gasplaneten. Im Teleskop zeigt er eine
blassgrüne Färbung, die von Methan-Gas in
seiner Atmosphäre herrührt. Seine Oberfläche
ist in dichte Wolken gehüllt, in denen sich aber
kaum Strukturen erkennen lassen.


Entdeckung des Uranus 1781 -
Wilhelm und Caroline Herschel
am 15cm Spiegelteleskop (6 Zoll)


Uranus rotiert in etwas mehr als 17 Stunden
einmal um seine Achse. Ungewöhnlich ist die
um ca. 90° gekippte Rotationsachse, so dass
sich der Planet - weil die Rotationsachse
raumfest ist - mal auf seiner Bahn entlang
"wälzt" und mal "schraubt". Es gibt daher
extreme Jahreszeiten auf Uranus, und an den
Polen dauert ein Uranustag ein halbes
Uranusjahr (= 42 Erdenjahre). Der Grund für
diese Achsenkippung ist nicht bekannt.

Derzeit sind 29 Monde des Uranus bekannt, von
denen fünf schon vor längerer Zeit von der Erde
aus mit Teleskopen entdeckt wurden.

Die bisher einzige Raumsonde, die den Uranus
besucht hat, ist die amerikanische Raumsonde
Voyager 2 im Jahre 1986.
Ein schwach ausgeprägtes Ringsystem wurde 1977 entdeckt.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 28,4mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 160m von der Sonne.

Neptun




Durchmesser: 49.530 km = 3,9 Erddurchmesser
Masse: 1,02 ⋅ 1026 kg = 17,1 Erdmassen
Mittl. Entfernung von der Sonne: 4.495.000.000 km = 30,05 Erdbahnradien
Umlaufzeit um die Sonne: 164,79 Jahre



Neptun ist der äußerste der großen Planeten.
Er ist dem Uranus sehr ähnlich, etwas kleiner,
aber massereicher.
Neptun ist der römische Gott des Meeres,
er entspricht dem Poseidon im antiken Griechenland.

Seine Entdeckung im Jahre 1846 war kein
Zufall. Unregelmäßigkeiten in der Bewegung
des Uranus ließen die Astronomen John C.
Adams und Urbain LeVerrier vermuten, dass es
einen weiteren Planeten geben müsse, der mit
seiner Schwerkraft die Bewegung des Uranus
stört. Sie konnten die Position des vermuteten
Planeten berechnen. Dann fand ihn Johann G. Galle
tatsächlich mit dem Fraunhofer-Teleskop
der Berliner Sternwarte. Diese Entdeckung gilt
als Triumph der Himmelmechanik.

Im Teleskop zeigt sich der Neptun als winziges bläuliches Scheibchen.
Details sind in seiner Wolkenhülle kaum zu
entdecken. Von
Raumsonden wissen wir aber,
dass in seiner dichten Atmosphäre heftige
Winde mit Geschwindigkeiten bis zu 2000 km/h
wehen. Die Rotationsdauer beträgt rund 16 Stunden.


Neptunringe (JWST 2022, NIRCam)
(© NASA/ESA/CSA/STScI)


Von den 16 Monden des Neptuns ist der größte,
Triton, möglicherweise ein eingefangener
Zwergplanet. Der Neptun hat großen Einfluss
auf die weiter außerhalb um die Sonne
laufenden Objekte des so genannten Kuiper-
Gürtels, in dem sich zahlreiche kleinere Körper
befinden, darunter auch der Zwergplanet Pluto,
der bis zum Jahre 2006 als der äußerste Planet
des Sonnensystems galt. Die meisten Erkenntnisse über den Neptun
verdanken wir der amerikanischen Raumsonde
Voyager 2, die den Planeten 1989 als bisher
einzige besucht hat.

Aus dem Größenmaßstab (1m entspricht 1,8 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Durchmesser von 27,5mm.
Aus dem Abstandsmaßstab (1m entspricht 18 Mio. km) ergibt sich im Modell ein Abstand von 250m von der Sonne.




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Stand: 28. Januar 2026.